Farm Lugmapata – Merino Brothers (Pallatanga, Chimborazo, Ecuador)
Aktie
Bauernhof: Lugmapata-Bauernhof
Produzenten: Merino Brothers
Standort: Pallatanga, Chimborazo – Ecuador
Höhe: 1.600–2.000 m ü. NN
Betriebsgröße: 50 Hektar (10 Hektar produktive Fläche)
Sorten: Sidra, Improved Typica, Geisha, Typica Ethiope, L1 (unbekannt)
Aufbereitung: Gewaschene Kaffees (Fokus auf Qualität nach der Ernte)
Jährliche Produktion: ~150 Doppelzentner (Rohkaffee, Ernte 2024/2025)
Über die Produzenten
Die Geschichte des Kaffees in der Familie Merino begann vor über 60 Jahren, als ihr Vater die ersten Kaffeebäume pflanzte. Aufgrund niedriger Marktpreise musste er den Kaffeeanbau jedoch schließlich aufgeben und sich anderen Tätigkeiten widmen, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen.
Jahrzehnte später trugen einige dieser ursprünglichen Bäume immer noch Früchte. Ihre geringe Ernte reichte gerade aus, um die jährlichen Steuern des Anwesens zu decken und den Kaffeeanbau als lebendiges Vermächtnis der Arbeit seines Vaters zu erhalten. Enrique Merino erinnerte sich an seine Kindheit zwischen den alten Kaffeepflanzen und beschloss, dieses Erbe fortzuführen. Er begann mit der Wiederaufforstung und ersetzte die alten Bäume durch neue, mit dem Ziel, die Kaffeeproduktion in Pallatanga wiederzubeleben und sie für den Spezialitätenmarkt zu positionieren. Was als Familienerbe begann, ist heute zu einem Projekt herangewachsen, das jährlich rund 150 Doppelzentner Rohkaffee produziert.

Vielfalt & Innovation
Von Anfang an war Enriques Vision, sich voll und ganz auf Qualität zu konzentrieren. Sein Plan war es, Geisha anzubauen, eine der weltweit renommiertesten und hochwertigsten Rebsorten. Deshalb investierte er in Geisha-Saatgut, um seine Farm zu gründen. Mit der Zeit stellte er jedoch fest, dass die Bäume nicht alle gleich aussahen und es unwahrscheinlich war, dass es sich ausschließlich um Geisha-Bäume handelte. Entschlossen, die Qualität seiner Pflanzen zu verstehen, schickte er Proben zur genetischen Analyse an ein Labor in Frankreich.
Die Ergebnisse enthüllten, dass die Finca Lugmapata einen unerwarteten Schatz barg: eine Sammlung außergewöhnlicher Kaffeesorten, darunter Sidra und Typica Mejorado (zwei der markantesten Beiträge Ecuadors zur Kaffeewelt) sowie Geisha und Typica Ethiope. Sie alle sind für ihre hochwertigen Geschmacksprofile bekannt und werden für ihre fruchtigen, blumigen und komplexen Aromen geschätzt, die regelmäßig Bestnoten erzielen.
Eine Sorte blieb zunächst unidentifiziert und wurde später als L1 bezeichnet. Obwohl ihre genetische Herkunft unbekannt ist, erzielt L1 Jahr für Jahr hervorragende Ergebnisse und hat sich dank ihres einzigartigen und faszinierenden Geschmacksprofils zu einem Favoriten unter Kaffeeliebhabern entwickelt. Diese Sortenvielfalt ist heute eine der größten Stärken von Lugmapata und ein Eckpfeiler ihrer Identität in der ecuadorianischen Spezialitätenkaffee-Szene.
Herausforderungen & Innovation
Der Weg war nicht einfach. Anfangs gab es kaum Informationen über den Kaffeeanbau in der Region. Die Familie suchte Rat bei einem Agronomen, der sich zwar mit dem Anbau auskannte, aber nicht mit der Nachernteverarbeitung. Durch Ausprobieren eigneten sie sich ihr eigenes Wissen an und experimentierten mit Fermentations- und Verarbeitungstechniken. Für Enrique erfordert Kaffee Geduld, ständige Innovation und Offenheit für wissenschaftliche Erkenntnisse, insbesondere im Bereich der Fermentation.
Soziale und gemeinschaftliche Auswirkungen
Nachdem Lugmapata Zugang zu internationalen Märkten erlangt und die Nachernteverarbeitung perfektioniert hatte, beschloss die Familie Merino, ihr Wissen an ihre Nachbarn weiterzugeben. In Pallatanga bauten die meisten Bauern traditionell Bohnen, Tomaten und Paprika an – Produkte für den lokalen Markt mit schwankenden Preisen und geringer Rentabilität. Indem sie Kaffeepflanzen, technische Unterstützung und Anleitungen zur Verarbeitung bereitstellten, halfen die Merinos den Bauern vor Ort, in den Kaffeeanbau einzusteigen. Heute exportieren einige dieser Familien bereits ihren eigenen Kaffee, investieren in Verarbeitungsanlagen und gestalten eine nachhaltigere Zukunft.

Was macht ihren Kaffee so einzigartig?
Die Finca Lugmapata liegt am Fuße des Vulkans Chimborazo – dem höchsten Berg der Welt, gemessen vom Erdkern. Dieses einzigartige Terroir, kombiniert mit schonenden Aufbereitungsverfahren und sorgfältiger Nacherntebehandlung, verleiht ihren Kaffees eine unverwechselbare Klarheit, Leuchtkraft und Ausgewogenheit.
Vision
Für Enrique und seine Familie geht es in Ecuador nicht um die größten Produktionsmengen, sondern darum, zu den besten Kaffees der Welt zu gehören. Ihre Vision ist es, kontinuierlich Innovationen voranzutreiben, Prozesse zu optimieren und andere in ihrer Gemeinschaft beim Wachstum zu unterstützen. Enrique sagt: „Mit Gottes Hilfe werden wir so lange innovativ sein, bis wir immer bessere Kaffees produzieren und Ecuador als Produzent der besten Kaffees der Welt bekannt wird.“